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Sterben im Krankenhaus - Wo Medizin an ihre Grenzen stößt

Koblenz, 24.09.2009.
Ein warmer Sommertag in Koblenz, es ist 15.00 Uhr am Nachmittag als im Hubschrauberkommando des Bundeswehrzentralkrankenhauses ein Alarm der Rettungsleitstelle Mayen eingeht. Ein junger Mann ist bei einem Motorradunfall in der Nähe des Nürburgrings schwer verletzt worden. Die Notärzte vor Ort kämpfen um das Leben des Patienten. Nach ersten Stabilisierungsversuchen bringt der eingetroffene Rettungshubschrauber den Verletzten rasch in die Notfallaufnahme des Bundeswehrzentralkrankenhauses. Aus allen relevanten Fachrichtungen stehen hoch qualifizierte Ärzte und Pfleger im Schockraum bereit. Trotz aller medizinischen Maßnahmen können sie nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Teilnehmer der Eröffnung der Palliativeinheit
Teilnehmer der Eröffnung der Palliativeinheit (Quelle: Bundeswehrkrankenhaus Koblenz)Größere Abbildung anzeigen

Was die Fachkräfte noch nicht erahnen, ist, dass die Eltern auf dem Weg ins Krankenhaus sind und noch nichts über den Zustand ihres Sohnes wissen. Eine Kranken- und Gesundheitspflegerin schilderte mir auf die Frage, ob sie nach solchen Fällen nicht fertig wäre: „Die Erfahrung hier zu arbeiten, hat mich gelehrt, über schlimme Dinge zu sprechen und diese dann aufzuarbeiten. Was ich aber nie richtig wegstecke ist, wenn Angehörige in der Notaufnahme oder vor der Intensivstation über den Tod eines geliebten Menschen informiert werden. Das muss das Schlimmste sein. Wir haben zwar qualifiziertes Fachpersonal und studierte Psychologen, aber keinen wirklich geeigneten Raum für Rückzug und Trauer."

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Nicht alleine lassen

Erst kürzlich wurde das Krankenhaus mit der Zusatzbezeichnung ‚‚Traumazentrum“ zertifiziert und ausgezeichnet, was zu einer überregionalen Einlieferung von Schwerstverletzten führt. Mit 190.000 Patienten im Jahr betreibt die Bundeswehr jetzt schon eine der größten und modernsten Notaufnahmen in Rheinland Pfalz.

Aber nicht nur Traumapatienten bestimmen den Alltag und belasten die Ärzte und Pfleger. Oftmals sind es Palliativpatienten. Menschen, die todkrank sind und im Sterben liegen. Diese Patienten dürfen in den letzten Stunden und Minuten nicht allein gelassen werden und bedürfen doch ständiger medizinischer Betreuung. In den meisten Fällen versuchen Angehörige sich rührend um ihre Lieben zu kümmern. Doch der Tagesablauf einer Notaufnahme und das lärmende medizinische Gerät stören massiv das stille Abschied nehmen und macht den Moment der Trauer sehr öffentlich.

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Zwei Räume

Im Durchschnitt sterben im Jahr ca. 60 Menschen in der Notaufnahme. Ein Umbau und die Einführung einer interdisziplinären Aufnahmestation der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin ermöglichte die Integration einer Palliativ und- Sterbeeinheit. Diese Einheit wird betroffene Patienten und Angehörige vom Krankenhausalltag abschirmen.

Um so größer war die Freude bei Chefarzt, Generalarzt Privatdozent Dr. Georg Mager, dass die Soldatentumorhilfe e.V dieses Projekt finanziell ermöglicht hat.

Nach der feierlichen Übergabe der Palliativeinheit an das Bundeswehrzentralkrankenhaus, stehen ab November der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin zwei Räume für Menschen in extremen Situationen zur Verfügung.

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Ansprechpartner

Die Soldatentumorhilfe Koblenz e.V unterstützt viele weitere Projekte in der Region und freut sich über Spenden.

Soldatentumorhilfe Koblenz e.V.
Rübenacher Str. 170
56072 Koblenz

Tel.: 0261 / 2 27 78

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Stand vom: 29.09.2009 | Autor:

http://www.bundeswehrkrankenhaus-koblenz.de/portal/a/koblenz/ueberuns%3Fyw_contentURL=%2F01DB081000000001%2FW27WCAMJ569INFODE%2Fcontent.jsp.html